Die Highlights vom vitagroup HIP Summit 2026
Zusammenarbeit und Innovation beschleunigen – mit einem offenen App-Ökosystem. Unter diesem Motto fand am 3. März der zweite vitagroup HIP Summit statt. Führende Persönlichkeiten der digitalen Transformation im Gesundheitswesen kamen im SAP Garden in München zusammen und erlebten, wie die HIP Zusammenarbeit in echte Ergebnisse umsetzt. Das waren die Highlights des Tages.
Fulminanter Auftakt auf dem Eis
Der zweite HIP Summit in München begann mit einer beeindruckenden Eröffnungsshow in der Arena des SAP Garden.
Startschuss – der Summit beginnt
Es ist soweit: Dr. Nils Hellrung, Vorstand Strategie und Operations, eröffnet den Summit. Es folgt ein Gespräch mit Dr. Axel Paeger, Gründer und CEO der AMEOS Gruppe, zum Thema: „Einen Krankenhauskonzern datenbasiert führen“. Die beiden Experten erläutern die Rolle von Technologie im Gesundheitswesen und ziehen Lehren aus dem Cyberangriff auf die Gruppe im vergangenen Jahr. Dr. Paeger hebt hervor: „Offene Systeme sind die nachhaltigen. Proprietäre Lösungen bergen die Gefahr der Abhängigkeit und treiben die Kosten in die Höhe. Wir sollten uns nicht bei unseren Daten festlegen.“ Seine pragmatische Sicht auf digitale Innovation: „Digitalisierung muss sich auszahlen – sowohl für die Patientenergebnisse als auch für die Effizienz. Wenn das nicht klar ist, digitalisieren wir lieber langsam, statt nur der Digitalisierung willen.“
Keynote: von EHR-Systemen zur KI-Ära
In seiner Eröffnungs-Keynote „Der Weg zu einem souveränen und KI-fähigen Technologie-Stack im Gesundheitswesen“ beleuchtete Thomas Hagemeijer im Anschluss die künftige technologische Architektur im Gesundheitswesen. Er betont den Wandel von EHR-getriebenen Systemen zu einer KI-nativen Ära. Krankenhäuser stehen an einem Wendepunkt: weg von monolithischen, geschlossenen Systemen hin zu offenen, modularen Architekturen.
Dabei sei es essenziell, die Datenebene von den Anwendungen zu trennen, um KI-ready zu sein. Die ersten Auswirkungen von KI zeigen sich im administrativen Bereich, bevor sie über KI-Agenten und neue Betriebsmodelle in die klinische Orchestrierung ausgedehnt werden. Hauptbarrieren bleiben Budget, Fachkräfte und Governance – die IT in Krankenhäusern ist nach wie vor unterfinanziert.
Praxisbeispiele: Das HIP App-Ökosystem in Aktion
Im Anschluss folgt die Live-Demo „Die Lösungen der HIP-Partner im Einsatz“. Dr. Birger Haarbrandt (Head of Tech Advisory bei der vitagroup), Angus Forth (Chief Commercial Officer bei Big Picture Medical), Dr. med. Ira Stoll (CEO von myScribe) und Michael Roiss (CEO von Treetop Medical) demonstrieren anschaulich, wie ein App-Ökosystem in der Praxis funktioniert. Anhand des Beispiels eines 67-jährigen Patienten mit Lungenembolie führen sie uns durch den Behandlungsablauf und zeigen, wie verschiedene Anwendungen auf einer gemeinsamen Datenebene zusammenarbeiten können, um klinische Entscheidungen und Workflows zu unterstützen.
Digitale Gesundheitsapps über Pilotprojekte hinaus
Der Vormittag wird durch die Podiumsdiskussion „Wie kommen digitale Gesundheits-Apps über Pilotprojekte hinaus? Modell offenes Ökosystem“ abgerundet. Moderiert wird die Session von Ramona Ostendorf, Account Managerin bei der vitagroup, gemeinsam mit unseren App-Partnern. Die Diskussion zeigt: Innovation im Gesundheitswesen hängt nicht mehr nur von einzelnen Lösungen ab. Entscheidend ist, wie gut sie in ein größeres Ökosystem eingebettet sind und zusammenwirken.
In der Mittagspause ist nicht nur Zeit für leckeres Essen und gute Gespräche – im Vendor Garden entdecken die BesucherInnen zukunftsweisende marktführende Apps unserer Partner. Nahtlos an die HIP angebunden, entfalten diese Lösungen ihr volles Potenzial und zeigen, wie Innovation in der Gesundheitsversorgung heute funktioniert.
Daten sind die neue Währung
Der Nachmittag startet mit dem Fireside Chat zwischen Joachim Neugebauer, Vice President Clinical Care Solutions bei der vitagroup und Richard Karsch, Leiter Forschungs IT am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), Mannheim. Karsch betont, dass Daten die neue Währung im Gesundheitswesen sind: „Wir müssen sorgfältig überlegen, wie wir sie nutzen, verantwortungsvoll verwalten und gezielt investieren. Deshalb setzen wir auf die offene Plattform HIP.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion „Datengetriebene Transformation als Erfolgsfaktor“ erläutert Florian Benthin von EY-Parthenon die Vorteile einer Data-First-Strategie anhand der Erfahrungen von Krankenhäusern in der DACH-Region. Dr. med. Tim Guderjahn, Kaufmännischer Geschäftsführer der München Klinik, und Michael Hübner, Geschäftsführer von Sana Data Solutions, berichten aus der Praxis: Erfolgreiche KI-Projekte entstehen nur, wenn ihr Wert klar erkennbar ist. Sie verbessern die Behandlungsqualität, steigern die Zufriedenheit von Mitarbeitenden und Patienten und erhöhen die Effizienz. Zudem eröffnen sich neue Geschäftsmodelle. Die Experten betonen, dass frühe Transformationswellen, etwa im Rahmen des KHZG, die Unreife einzelner Teile des Ökosystems verdeutlichten. Heute gehen die Organisationen besser vorbereitet an Projekte heran und setzen realistischere Erwartungen. Denn: Innovation lässt sich nur erfolgreich umsetzen, wenn alle Beteiligten früh eingebunden werden – nicht nur Entscheidungsträger, sondern vor allem auch Endnutzer wie Ärztinnen und Ärzte.
In der anschließenden Podiumsdiskussion „Datengetriebene Transformation als Erfolgsfaktor“ erläutert Florian Benthin von EY-Parthenon die Vorteile einer Data-First-Strategie anhand der Erfahrungen von Krankenhäusern in der DACH-Region. Dr. med. Tim Guderjahn, Kaufmännischer Geschäftsführer der München Klinik, und Michael Hübner, Geschäftsführer von Sana Data Solutions, berichten aus der Praxis: Erfolgreiche KI-Projekte entstehen nur, wenn ihr Wert klar erkennbar ist. Sie verbessern die Behandlungsqualität, steigern die Zufriedenheit von Mitarbeitenden und Patienten und erhöhen die Effizienz. Zudem eröffnen sich neue Geschäftsmodelle. Die Experten betonen, dass frühe Transformationswellen, etwa im Rahmen des KHZG, die Unreife einzelner Teile des Ökosystems verdeutlichten. Heute gehen die Organisationen besser vorbereitet an Projekte heran und setzen realistischere Erwartungen. Denn: Innovation lässt sich nur erfolgreich umsetzen, wenn alle Beteiligten früh eingebunden werden – nicht nur Entscheidungsträger, sondern vor allem auch Endnutzer wie Ärztinnen und Ärzte.
Englands langer Weg zur einheitlichen Patientenakte
In der nun folgenden Keynote nimmt John Farenden, ehemaliger Shared Care Record Lead beim NHS England, uns mit auf den langen Weg zu einer einheitlichen Patientenakte. Seine langjährigen Erfahrungen zeigen: Schon lange besteht das Ziel, eine longitudinal angelegte, personenbezogene Akte zu schaffen, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt und nicht das System. Frühe nationale Großprojekte scheitern häufig, während neuere Fortschritte von lokal getriebenen Initiativen ausgehen – auch wenn gemeinsame Standards noch fehlen. Regionale Ansätze mit drei bis sechs Millionen Einwohnern erweisen sich als praktikabel, um Daten effizient zu integrieren und zu teilen. Gleichzeitig verändert sich der Ansatz: Der Fokus liegt zunehmend auf offenen Daten, einer Trennung von Daten und Anwendungen sowie einem föderierten Modell, das bestehende Netzwerke miteinander verbindet. Entscheidend bleiben Vertrauen zwischen den Beteiligten, konsistente Standards, starke Führung und die Fähigkeit, Erfahrungen nicht nur innerhalb Englands, sondern auch international zu nutzen.
Katalonien: vernetzte Versorgung mit der HIP
In der nun folgenden Fallstudie geben Dr. Clara Calleja Vega und Dr. Martin Andreas Koch vom Katalanischen Gesundheitsdienst CatSalut Einblicke in die Strategie Kataloniens für eine vernetzte Versorgung, bei der die vitagroup HIP im Zentrum der Transformation steht. In den Krankenhäusern und bei den Leistungserbringern existierten tausende Datensilos – die Region ist datenreich, aber informationsarm.
Die Antwort darauf ist ein offenes Plattformmodell:
- Trennung von Daten und Anwendungen, um Flexibilität und Wiederverwendbarkeit zu schaffen
- Standardisierung klinischer Informationen mithilfe von openEHR
- Ermöglichung einer gemeinsamen, longitudinalen Gesundheitsakte, die patientenzentriert Informationen bündelt
Katalonien verfolgt dabei einen Triple-Play-Ansatz, der auf drei Säulen basiert:
- Bessere Versorgung durch vereinheitlichten Datenzugang
- Stärkere Analysen und systemweite Einblicke
- Schnellere Innovation durch ein offenes App-Ökosystem
Die zentrale Idee: Daten einmal auf einer gemeinsamen Ebene erfassen und für Versorgung, Analysen und Innovation mehrfach nutzen.
Europäischer Gesundheitsdatenraum: Zwischen Anspruch und Umsetzung
Im letzten Panel diskutieren Markus Kalliola, Programmdirektor bei Sitra, Dr. Jordi Piera Jiménez, Vorstandsmitglied, openEHR International, und John Farenden die Voraussetzungen für einen grenzüberschreitenden Datenaustausch im Rahmen des European Health Data Space (EHDS).
Estland und Finnland zeigen, dass es zunächst belastbare nationale Grundlagen braucht – etwa flächendeckende eRezepte und zentrale Datenstrukturen –, bevor eine Skalierung über Landesgrenzen hinweg sinnvoll ist. Die größere Herausforderung ist dabei nicht die technische Vernetzung, sondern die semantische Interoperabilität.
Auch Katalonien bestätigt: Jahrelange Vorarbeit macht Datenaustausch möglich, doch unterschiedliche Reifegrade zwischen Ländern begrenzen derzeit noch den grenzüberschreitenden Nutzen. Standards fungieren dabei als gemeinsame Sprache – heute national, künftig europaweit.
Die zentrale Botschaft lautet: entschlossen vorangehen, aber nicht überhastet handeln. Einige englische Programme wurden zu schnell umgesetzt, ohne semantische Fragen ausreichend zu klären. Der Aufbau des EHDS bleibt damit eine langfristige Aufgabe – mit dem Anspruch, stabile Grundlagen zu schaffen und Systeme pragmatisch miteinander zu verbinden.
KI – Kernthema des Tages
Der Summit schließt mit den Gedanken von Nils Hellrung und Thomas Hagemeijer. Künstliche Intelligenz steht als Kernthema im Mittelpunkt des Tages. Nils Hellrung stellt Thomas Hagemeijer eine einfache, zugleich provokante Frage: Wird KI das Gesundheitswesen retten – oder wird das Gesundheitswesen die KI retten? Thomas Hagemeijer macht deutlich: KI ist keine Blase. Sie löst reale Probleme – und das Gesundheitswesen ist ein wesentlicher Teil davon.
Damit endet intensiver, erfolgreicher und inspirierender Summit-Tag. Es ist Zeit für die Abendveranstaltung mit leckerem Essen und guten Getränken.
















